Volkspark Friedrichshain

Übersichtsplan.

Der Volks­park Friedrichs­hain ist der älteste Volks­park Berlins. In ihm spiegeln sich Berliner Stadt­ent­wick­lung, Sozial­ge­schichte und Kriegs­er­fahrung der letzten 170 Jahre wieder.

Parkeingang „Am Friedrichshain“.

Die Idee für einen öffent­lichen Park vor dem Lands­berger Tor wurde schon 1823 vom damaligen Ober­bürger­meister Gottfried Büsching an­ge­regt. In seinem Schreiben an die Stadt­ver­ordneten­ver­sammlung ver­wies er auf den Mangel an Er­holungs­möglich­keiten für die Be­wohner der nord­öst­lichen Stadt­viertel. Diese konnten zu dieser Zeit ledig­lich die nahe­ge­legenen Fried­höfe außer­halb der Stadt zwischen Königs-, Prenz­lauer und Lands­berger Tor nutzen, welche durch den „häufigen Be­such“ des Publi­kums be­schädigt wurden.

Parkweg an der Friedenstraße.

Konkreter wurde der Plan 1840, als Peter Joseph Lenné eine Park­an­lage „Projectirte Schmuck- und Grenz­züge von Berlin mit nächster Um­ge­bung“ zwischen dem neuen Königs- und dem Lands­berger Tor ent­warf.

Denkmal für den Namensgeber des Parks.

Erst anlässlich der Feier zum 100. Jahres­tag der Thron­be­steigung Fried­richs II. (auch be­kannt als „Fried­rich der Große“) ent­schied der Berliner Magis­trat, die An­lage tat­sächlich zu bauen. Den dafür aus­ge­schriebenen Ge­staltungs­wett­be­werb ge­wann 1845 Gustav Meyer, ein Schüler Lennés und damals noch Hof­gärtner in Pots­dam-Sanssouci.

Die Bau­ar­beiten be­gannen 1846 und dauerten mehrere Jahre. Das Ge­lände musste aus ehe­maligen Wein­bergen er­worben und ge­ordnet werden, bevor die An­lage 1848 fertig­ge­stellt werden konnte. Mit rund 37,5 Hektar Fläche und Kosten von 30.000 Talern war der Park für seine Zeit ein be­merkens­wertes kom­munales Projekt.

Plansche.

Damit ent­stand nicht nur eine Grün­fläche, sondern auch ein städt­isches Ver­sprechen: Er­holung sollte nicht länger nur ein Privi­leg der Adeligen oder des wohl­habenden Bürger­tums bleiben.

Die ur­sprüng­liche Ge­stalt des Parks war stark auf land­schaftliche Wirkung aus­ge­richtet. Ein dichtes Wege­netz, die zentrale Promenade und der Große Teich prägten das Er­scheinungs­bild. Das Ge­lände bot dabei nicht nur Spazier­wege, sondern auch eine soziale Bühne. Der Park war als öffent­licher Ort ge­dacht, an dem die Stadt­ge­sell­schaft sich mischen konnte, und genau darin lag auch seine politische Be­deutung.

Roter Matrose von Hans Kies.

Mit dem Fried­hof der März­ge­fallenen er­hielt der Volks­park Friedrichs­hain schon früh einen Ort von heraus­ragender historischer Tiefe. Nach den Er­eignis­sen der März­re­volution von 1848 wurden dort die Toten der Barrikaden­kämpfe bei­ge­setzt. Später kamen auch Opfer der November­re­volution 1918 hinzu. Damit wurde der Park auch zu einem Er­innerungs­raum für demo­kratische und re­volutionäre Er­fahrungen in Deutschland.

Im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahr­hunderts ver­änderte sich der Park mehr­fach. Der Bau des ersten Städtischen Kranken­hauses am Friedrichs­hain an der Lands­berger Allee nahm ihm 1868 Fläche, wurde aber in den 1870er Jahren durch eine Er­weiterung nach Osten teil­weise wieder aus­ge­glichen.

Ehemaliger Haupteingang zum Krankenhaus im Friedrichshain.

Diese Neu­an­lage, der so­ge­nannte „Neue Hain“, wurde er­neut von Gustav Meyer ge­plant und ent­hielt einen großen, ovalen Spiel­platz in Hippo­drom-Form. Damit diente der Park neben der Er­holung nun auch der körper­lichen Be­tätigung – zu­nächst vor allem für den Schul­sport.

Wiese am kleinen Teich.

Die tiefste Zäsur in der Ge­schichte des Volks­parks Friedrichs­hain kam mit dem Zweiten Welt­krieg. 1941 wurden im Park zwei Flak­bunker er­richtet, welche das Ge­lände dauer­haft ver­änderten. Der Krieg hinter­ließ den Park stark zer­stört. Vom alten Baum­be­stand blieb nur wenig übrig. Aus einer ge­wachsenen Parkl­and­schaft wurde ein vom Krieg ge­zeichnetes Areal, dessen Gestalt sich nicht mehr auf das 19. Jahr­hundert zurück­führen ließ.

Springbrunnen im kleinen Teich.

Nach Kriegs­ende wurden die beiden Bunker ge­sprengt, aber nicht ab­ge­tragen. Statt­dessen begrub man sie unter Millionen Kubik­metern Trümmer­schutt aus den um­liegenden Wohn­vierteln. So ent­standen die beiden Bunker­berge, die heute prägende topo­grafische Elemente des Parks dar­stellen und mit ihren Höhen von 67 und 78 Metern den Charakter des Ge­ländes radikal ver­ändern.

Großer Teich.

Die Ge­staltung dieser neuen Topo­grafie war wiederum eine Auf­gabe der Nach­kriegs­planung. Reinhold Lingner spielte bei der Model­lierung eine maß­ge­bliche Rolle. Die Hänge wurden zur Erosions­sicherung be­pflanzt. Die Wege, Plateaus und Aus­sichts­punkte wurden neu an­ge­legt und aus den Bunker­resten wurden Land­schafts­bau­werke. Das Er­ge­bnis ist bis heute sicht­bar und macht den Volks­park Friedrichs­hain zu einem seltenen Bei­spiel dafür, wie sich Kriegs­folgen, Stadt­grün und Er­innerung räum­lich über­lagern.

Zeitgenössischer Parkbewohner.

Mit der Wieder­er­öffnung des Parks an­läss­lich der III. Welt­fest­spiele der Jugend und Studenten be­gann 1951 eine neue Phase der öffent­lichen Nutzung. Im süd­lichen Teil ent­stand bereits ein Jahr zuvor eine Frei­licht­bühne, die später auch für Filmv­or­führungen ge­nutzt wurde. Im Neuen Hain kamen neue Sport- und Spiel­flächen hin­zu, die den Park stärker als städt­ischen Freizeit­ort profilierten.

Eingang zum Freiluftkino.

Diese Ent­wicklung setzte sich in den 1970er Jahren fort. Im Rahmen der X. Welt­fest­spiele der Jugend ent­stand ein neues Frei­zeit­an­ge­bot mit Pavillons, Spiel­an­lagen, Lese­garten und einer Gast­stätte.

Restaurant Schönbrunn.

Auch das so­ge­nannte Hippo­drom im Neuen Hain steht für diese Ver­bindung von Ge­schichte und Ge­brauch. Aus dem historischen Oval wurde im Laufe der Zeit ein sport­lich ge­nutzter Raum mit Lauf­strecke, Skate­bahn und Spiel­feldern. Dass ge­rade dieser Teil des Parks heute so stark fre­quentiert ist, zeigt, wie flexibel historische Garten­grund­risse für aktuelle urbane Be­dürf­nisse nutz­bar bleiben.

Eingang zum Friedhof der Märzgefallenen.

Zu­gleich ist der Volks­park Friedrichs­hain auch ein Park der Denk­mäler. An der Frieden­straße er­innert die Gedenk­stätte für die im Spanischen Bürger­krieg ge­fallenen deutschen Inter­bri­gadisten an die internationale Dimension des anti­faschistischen Kampfes. Die dort auf­ge­stellte Bronze­figur und die Re­liefs machten den Ort in der DDR-Zeit zu einem wichtigen politischen Er­innerungs­raum.

Nicht weit entfernt steht das 1972 ein­ge­weihte Denk­mal des polnischen Soldaten und deutschen Anti­faschisten. Beide An­lagen zeigen, wie der Park nach 1945 auch für staat­lich ge­prägte Erinnerungs­politik ge­nutzt wurde.

Friedensglocke am großen Teich.

Hinzu kommt die Welt­friedens­glocke am Süd­ufer des Großen Teichs, welche 1989 dort auf­ge­stellt wurde. Ihr Stand­ort macht deutlich, dass der Park im späten 20. Jahr­hundert auch Orte des inter­nationalen Friedens­ge­dankens auf­nehmen sollte. Der Volks­park Friedrichs­hain ist damit nicht nur ein lokaler Er­holungs­raum, sondern ein Ge­lände, auf dem deutsche, euro­päische und globale Er­innerungs­politik les­bar werden.

Delphinbrunnen.

Heute ist der Volks­park Friedrichs­hain zu­gleich Nah­er­holungs­raum, Sport­fläche, Denk­mal­en­semble und touristischer An­ziehungs­punkt. Familien nutzen die Spiel­plätze, Läufer die Wege, Jugend­liche die Sport­anlagen, und Spazier­gänger finden auf den Wiesen und an den Teichen stillere Be­reiche. Das macht den Park sozial viel­seitig, aber auch pflege­in­ten­siv. Diese Mischung aus inten­siver Nutzung und historischem Be­stand ver­langt dauernde Er­haltung, be­hutsame Sanierung und eine Planung, die den Denk­mal­wert nicht gegen die All­tags­funktion aus­spielt.

Brunnen mit Kindern von Georg Wrba.

Ge­rade in dieser Spannung liegt die Stärke des Parks. Er ist weder museal ein­ge­froren noch ein bloßes Sport­ge­lände. Viel­mehr zeigt er, wie ein öffent­licher Raum in einer wachsenden Stadt historische Schichten be­wahren und zu­gleich gegen­wärtige Be­dürf­nisse auf­nehmen kann. Der Volks­park Friedrichs­hain ist des­halb nicht nur ein Teil des Berliner Grüns, sondern auch ein ver­dichtetes Stadt­ge­dächtnis.

Märchenbrunnen.

Die wohl be­kannteste Attraktion ist der Märchen­brunnen am west­lichen Park­ein­gang. Er ent­stand zwischen 1901 und 1913 unter der Leitung von Stadt­baurat Ludwig Hoffmann und wurde zu einem der be­kanntesten Berliner Garten­kunst­werke des frühen 20. Jahr­hunderts. Hoffmanns An­lage ist mehr als eine de­korative Brunnen­architektur. Sie ist ein sorg­fältig komponiertes En­semble aus Wasser, Stein, Skulptur und um­ge­bender Garten­fläche, das Kinder und Er­wachsene gleicher­maßen an­sprechen sollte.

Arkaden am Märchenbrunnen.

Der Brunnen wurde als groß an­ge­legtes Wasser­theater mit Figuren aus der Märchen­sam­mlung der Brüder Grimm kon­zipiert. Die künst­lerische Aus­ge­staltung lag in den Händen meh­rerer Bild­hauer, darunter Ignatius Taschner, Josef Rauch und Georg Wrba. Die An­lage ver­band die re­präsen­tative Geste eines städ­tischen Monumental­projekts mit einem populären, bei­nahe spielerischen Pro­gramm. Ge­rade darin liegt ein wesent­licher Teil ihres Reizes: Der Märchen­brunnen wollte nicht nur beein­drucken, sondern auch an­schaulich er­zählen.

Brüderchen und Schwesterchen.

Die Kriegs­schäden trafen auch dieses En­semble schwer. Eine erste ver­einfachte Wieder­her­stellung er­folgte 1950/51, später folgten weitere Sanierungen, bis der Brunnen zwischen 2005 und 2007 um­fassend restauriert wurde. Heute ist er nicht nur Denk­mal, sondern einer der meist­foto­gra­fierten Orte des Parks und zu­gleich ein Beispiel dafür, wie his­torische Garten­kunst in einer Groß­stadt über Um­brüche hin­weg fort­leben kann.

Friedhof der Märzgefallenen.

Ein weiterer wichtiger Ort ist der 1848 an­ge­legte „Fried­hof der März­ge­fallenen“. Hier sind Opfer der Berliner Barrikaden­kämpfe von 1848 be­stattet. Später wurden auch Ge­fallene der November­re­volution von 1918/19 hier be­erdigt.

Gedenktafel auf dem Friedhof der Märzgefallenen.

Im Laufe der Jahre er­fuhr der Fried­hof mehrere Um­ge­staltungen. 1925 ge­staltete der Berliner Architekt Ludwig Hoffmann die An­lage neu und passte sie in die heutige Form einer dreiseitig umrandeten Anlage ein. Nach dem Zweiten Welt­krieg folgten 1948 und 1957 weitere An­pas­sungen, die sowohl ge­stal­terische als auch poli­tische Kon­texte wider­spiegeln. Auf dem Ge­lände stehen heute 24 schlichte Grab­steine neben Gedenk­säulen aus Guss­eisen – Re­likte einer industriellen Ära, ge­schaffen von Fabrik­ar­beitern der Borsig-Werke. Er­gänzend er­innert der Zu­gang seit 1960 an den „Roten Matrosen“, einer Figur von Hans Kies, welche die Ver­bindung von Arbeiter­be­wegung, Krieg und Er­innerung visuell her­stellt.

Wer durch die Anlage am Ernst‑Zinna‑Weg geht, stößt auf eine Be­sonder­heit: Der Zu­gang selbst er­innert an Ernst Zinna, einem der März­ge­fallenen, dessen Name heute die Adresse des Fried­hofs trägt. Zinna war wie viele seiner Mit­streiter kein national be­kannter Politiker, sondern ein Berliner Bürger, der durch seinen Ein­satz für Freiheit und Ver­fassungs­rechte zu einer Art „re­präsen­tativem Ge­sicht“ der anonymen Masse wurde.

Gedenkstätte für die deutschen Interbrigadisten.

An der Frieden­straße er­innert die Gedenk­stätte für die im Spanischen Bürger­krieg ge­fal­lenen deutschen Inter­bri­gadisten an die inter­nationale Dimension des anti­faschistischen Kampfes.

Skulptur von Fritz Cremer.

In Zu­sammen­arbeit der beiden Bild­hauer Fritz Cremer und Siegfried Krepp ent­stand in den Jahren 1966 bis 1968 das En­semble aus der Bronze­figur, dem Re­lief mit Szenen aus dem Kampf der Inter­natio­nalen Brigaden und der Inschrift­platte von Susanne Kähler.

Relieftafel von Siegfried Krepp.

Die Zusammen­arbeit der beiden Bild­hauer vereint ex­pressive Formen­sprache mit sozia­lis­tischem Realis­mus. Das Denk­mal gehört zu Cremer’s breiterem Werk anti­fa­schis­tischer Kunst­werke und re­flek­tiert dessen stilis­tische Merk­male. Krepps Re­lief er­gänzt das En­semble durch nar­rative (d.h. er­zählende) Bild­kunst, die die Zeit des Spanischen Bürger­kriegs illus­triert.

Aussichtsplattform auf dem großen Bunkerberg.

1941 begann im Friedrichs­hain der Bau eines Flak­turm­paares aus Ge­schütz­turm und Leit­turm. Damit änderte sich die Funktion des Parks radikal. Der Bau er­folgte von April bis Oktober 1941. Ver­arbeitet wurden dabei etwa 120.000 Kubik­meter Beton und rund 10.000 Tonnen Stahl. Die Außen­wände waren 2,6 Meter stark. Die An­lage war Teil des national­sozialis­tischen Systems der Luft­ver­teidigung, welches die deutsche Haupt­stadt gegen alliierte Luft­an­griffe schützen sollte.

Überreste des Geschützbunkers auf dem großen Bunkerberg.

Der Geschütz­turm, heute als Großer Bunker­berg ver­ortet, war mit 16 Flak­ge­schützen aus­ge­stattet und sollte nach offiziel­len An­gaben 15.000 Menschen Schutz bieten, während des Krieges sogar deut­lich mehr. Der Leit­turm, heute der Kleine Bunker­berg, diente der Ortung an­fliegender Flugzeugverbände und war mit einer Radar­an­lage ver­sehen. Beide Türme waren durch einen unter­ir­dischen Gang ver­bunden und als Luft­schutz­bunker kon­zipiert. Damit ver­band die An­lage zwei Funktionen, die typisch für die großen Flak­turm­komplexe der Zeit waren: mili­tärische Ab­wehr und zivile Zu­flucht.

Parkweg am großen Bunkerberg.

Der Bau im Park war ein mas­siver Ein­griff. Er zer­störte nicht nur Flächen, sondern ver­änderte die ge­samte Atmo­sphäre des Areals. Aus einem Er­holungs­park wurde ein mili­tärisch durch­drungener Raum. Die National­sozia­listen nutzten dafür be­wusst pro­minente inner­städ­tische Lagen, weil Flak­stände in Berlin eine Sicht auf weite Teile des Luft­raums brauchten und zu­gleich als Sym­bole tech­nischer Macht wirken sollten. In Friedrichs­hain war diese In­szenierung be­sonders sicht­bar, weil der Park selbst eine öffent­lichkeits­wirk­same Land­schaft dar­stellte.

Trümmerreste des Geschützbunkers auf dem großen Bunkerberg.

Der Volks­park Friedrichs­hain wurde während des Krieges stark be­schädigt. Schon der Bau der Bunke­ran­lage und die ab Dezember 1940 ein­setzen­den Bomben­an­griffe brachten schwere Ver­wüstungen. Der Krieg hinter­ließ den Park stark zer­stört. Der Märchen­brun­nen wurde fast voll­ständig ver­nichtet, alte Baum­be­stände gingen ver­loren, und das Ge­lände war durch Ver­teidigungs­an­lagen, Splitter­gräben und Zer­störungen ge­prägt.

Besonders be­deut­sam ist, dass die An­lage nicht nur ein Ort der Luft­ab­wehr war, sondern auch als Lager für Kunst­werke diente. Ab 1941 wurden Teile der Be­stände der Berliner Museen in die Bunker ge­bracht. In der End­phase des Krieges lagerten dort unter an­derem Ge­mälde alter Meister.

Weg zur Aussichtsplattform auf dem großen Bunkerberg.

Nach Kriegs­ende ordneten die Alliierten die Be­seiti­gung aller Bunker- und Be­festigungs­an­lagen an. Auch die An­lagen im Friedrichs­hain sollten ge­sprengt werden. Doch die mas­siven Bau­körper er­wiesen sich als nur schwer zer­stör­bar. Die Spren­gungen er­folgten 1946, führten aber nicht zur volls­tändigen Be­seitigung der Türme. Der große Flak­turm zer­brach nur in Teilen, der kleine Bunker wurde zwar er­heblich zer­stört, aber nicht aus der Land­schaft ent­fernt.

Parkweg am großen Bunkerberg.

Genau an diesem Punkt begann die eigent­liche zweite Ge­schichte der beiden Bunker. Statt die Ruinen zu ent­fernen, ent­schied man sich, sie zu über­decken. Die beiden Bunker wurden unter Trümmer­schutt be­graben. Zwischen 1946 und 1950 wurden dafür über 2 Millionen Kubik­meter Schutt aus den um­liegen­den zer­störten Stadt­vierteln heran­ge­schafft.

Der große Bunkerberg – unter Berlinern als „Mont Klamott“ bezeichnet, wurde später auch von z.B. Silly oder Wolf Biermann in Liedern verewigt. 1973 wurde eine Szene des bekannten DEFA-Films „Die Legende von Paul und Paula“ auf dem Berg gedreht.

TAZ-Interview mit Dietmar Arnold vom Verein „Berliner Unterwelten“.

Fotos und Text: F. H.