Ben Wagin und der Anhalter Garten

Ben Wagin (1930–2021) war ein deutscher Künstler. Er wurde als Bernhard Wargin im heutigen Polen geboren und lebte seit 1957 in Berlin. Unter seinen Werken ist er vor allem für das Parlament der Bäume bekannt, einen Gedenkort für die Todesopfer an der Berliner Mauer sowie weitere Opfer von Krieg und Gewalt am Spreeufer neben dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

Ein Ziel, das Wagin mit seiner Kunst zu erreichen versuchte, war, im Publikum ein Bewusstsein dafür zu wecken, wie Menschen die Umwelt verändert haben. Das Verhältnis zwischen Mensch und Natur war überhaupt ein wiederkehrendes Thema in seinem Werk. Zu den von ihm initiierten Aktivitäten gehörten das Pflanzen zahlreicher Bäume und das Anlegen von Blumen-Oasen. In den 1970er-Jahren gründete er außerdem den Baumpatenverein e. V., der sich zum Ziel setzte, die urbane Lebensqualität in Berlin durch die Erhaltung von Pflanzen zu verbessern.

Gegen Ende seines Lebens hatte Wagin in einem der Gebäude des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs in der Nähe des Deutschen Technikmuseums am Rande des Parks am Gleisdreieck ein Atelier. Im Außenbereich neben dem Atelier gestaltete er ab 2015 die Natur- und Kunstdenkstätte „Anhalter Garten“ mit verschiedenen Skulpturen, Installationen und Erinnerungstafeln, umgeben von zahlreichen Bäumen und anderen Pflanzen.

Auch die Eingangsseite des Ateliers ist von mehreren Kunstwerken geprägt.

Die große Textskulptur mit dem Wort „Erinnerung“ an der Seite des Ateliers gestaltete Wagin gemeinsam mit dem türkischen Bildhauer Hüseyin Arda. Arda hat auch andere ähnliche Wortskulpturen in Berlin als Teil seines Kunstprojekts „Wörter für Berlin“ geschaffen, unter anderem die Wörter „Technik“ und „Museum“ neben dem Deutschen Technikmuseum.

Heute ist der Anhalter Garten nicht zugänglich, und nach dem Tod Wagins im Jahr 2021 ist seine Zukunft unklar. Man kann den Garten und die Kunstwerke jedoch durch den Zaun sehen, wenn man zwischen dem Technikmuseum und den ehemaligen Güterbahnhofgebäuden entlanggeht. Die andere Außenseite des Gebäudes ist frei zugänglich. Die Skulpturen befinden sich in unterschiedlichen Zuständen. Die Natur hat die Skulpturen und den Garten größtenteils zurückerobert, was Wagin möglicherweise gefallen hätte.

Park am Gleisdreieck
(U-Bahnhof Möckernbrücke)

Text und Fotos: H. P.