Steuerhaus der Königlichen Zollinspektion Vor dem Schlesischen Tor 3

Ab 1860 wurde die alte Berliner Akzisemauer in ihrer Funktion aufgehoben und bald größtenteils abgerissen. Einige Steuern und Binnenzölle blieben jedoch bis 1877 bestehen, und so errichtete Bauinspektor Ferdinand Hermann Gustav Möller insgesamt 11 Steuerhäuser an den großen Ausfallstraßen außerhalb der alten Zollgrenze. Von diesen sind heute noch einige erhalten, darunter das 1859-60 errichtete Haus Vor dem Schlesischen Tor 3.

Bauinspektor F. H. G. Möller schloss 1852 sein Studium an der Bauakademie ab und war dort u. a. ein Schüler Friedrich August Stülers. Später brachte er es noch bis zum Direktor der Königlichen Porzellanmanufaktur.

Ansicht mit Schlesischer Brücke und Landwehrkanal. Ganz links das Spitzdach der Oberschleuse.

Die Steuerhäuser wurden gebaut, um die bis 1873 erhobene Mahl- und Schlachtsteuer auf in die Stadt eingeführtes Fleisch und Getreide zu kassieren. Ab 1877 schließlich fiel die Akzisegrenze als Institution gänzlich weg und alle Waren konnten zoll- und steuerfrei durch die längst über die alte Zollmauer hinaus gewachsene Stadt transportiert werden.

Nach dem Bau der angrenzenden Schlesischen (1896) und der Oberen Freiarchenbrücke (1894) ergab sich eine weitere Nutzung des Gebäudes. Nach einer Aufstockung und kleinen Umbauten 1895/96, wohl durch Richard Eger, diente es dem Personal der benachbarten Oberschleuse als Wohnhaus. Der Eingang zur Straße wurde dabei auf die Rückseite des Hauses verlegt.

Garten und Gebäude werden seit 2005 gastronomisch und für Veranstaltungen genutzt.

Quellen: denkmaldatenbank.berlin.de und wikipedia.org

Fotos und Text: Sebastian Wehr