
Ausstellungsansicht „original bauhaus“ mit Oskar Schlemmer: maßidentische Werkzeichnung / für das Gemälde Bauhaustreppe, 1932; Carl (Casca) Schlemmer, Bauhaustreppe, 1958; Delia Keller, Die Bauhaustreppe, 2000; Brian O’Leary, Study for Senta Clinic Mural, 2015, Foto: Catrin Schmitt
Das Bauhaus bestand in Deutschland nur 14 Jahre, seine Ideen werden jedoch seit 100 Jahren weiter getragen, seine Produkte neu aufgelegt, imitiert oder weiterentwickelt. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses zeigt die Ausstellung des BauhausArchiv/Museum für Gestaltung in der Berlinischen Galerie über 1.000 berühmte, bekannte und vergessene Bauhaus-Originale und erzählt die Geschichte hinter den Objekten.
Zu sehen sind Kunst und Design aus den Beständen des Bauhaus-Archivs, besondere
Leihgaben aus internationalen Sammlungen und künstlerische Positionen, die das Bauhaus-Erbe neu betrachten.

Ausstellungsansicht „original bauhaus“: Stahlrohrklappsessel von Marcel Breuer, Entwurf 1927, Bauhaus-Archiv Berlin, Stahlrohr-Armlehnsessel von Marcel Breuer, Entwurf 1925, Hersteller: Thonet, 1931, Bauhaus-Archiv Berlin; Stahlrohr-Armlehnsessel von Marcel Breuer, Entwurf 1925, diese Version 1926, Bauhaus-Archiv Berlin; Foto: Catrin Schmitt
Ausgehend von 14 Schlüsselobjekten entfaltet die Ausstellung 14 Fallgeschichten: Wie wurde die Sitzende im Stahlrohrsessel zur berühmtesten Unbekannten des Bauhauses? Hat das Haus Am Horn in Weimar einen heimlichen Zwilling? Wieso blieb Marianne Brandts Tee-Extraktkännchen, als Prototyp für die Industrie geschaffen,
immer Unikat?

Sitzende mit Bühnenmaske von Oskar Schlemmer im Stahlrohrsessel von Marcel Breuer, um 1926. Foto: Erich Consemüller, Bauhaus-Archiv Berlin / © Dr. Stephan Consemüller

Ausstellungsansicht „original bauhaus“, Tee-Extraktkännchen von Marianne Brandt, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Foto: Catrin Schmitt © VG Bild-Kunst Bonn 2019
original bauhaus beleuchtet, wie Unikat und Serie, Remake und Original in der Geschichte des Bauhauses unzertrennlich verbunden sind. Denn für die Bauhaus-Künstler*innen waren Kunst und Technik keine Gegensätze. Vielmehr haben sie technische Innovationen genutzt, um einzigartige Kunstwerke zu schaffen, und die serielle Fertigung bei ihren Gestaltungsentwürfen von Anfang an mitgedacht.
14 Jahren Bauhaus-Produktion stehen heute fast 100 Jahre Bauhaus-Rezeption gegenüber: Reproduktionen, Re-Editionen und Remakes haben das Bauhaus zur einflussreichsten Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert gemacht.
Inklusive Ausstellungsstationen ermöglichen es allen Besucher*innen, die haptischen Qualitäten von Bauhaus-Objekten zu erfahren. In Kooperation mit dem Bauhaus Agenten Programm lädt die Ausstellung die Besucher*innen ein, Übungen aus dem Vorkurs-Unterricht des Bauhauses selbst zu erproben.
Jeden Sonntag finden Workshops unter dem Motto »Vorkurs üben« statt, die von internationalen Expert*innen aus den Bereichen Tanz, Fotografie, Papierkunst, Architektur oder Atemtechnik angeleitet werden.

Carl (Casca) Schlemmer, Bauhaustreppe, 1958, Öl auf Hartfaserplatte, 162 x 103 cm, originalgetreue Kopie des Gemäldes von Oskar Schlemmer, Privatbesitz, Foto: Markus Hawlik
Berlinische Galerie
Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstraße 124 – 128
10969 Berlin
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag: 10:00 – 18:00 Uhr
Internet: www.berlinischegalerie.de