Josef Kaiser | Bauen für die DDR

Die Berlinischen Galerie, das Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, zeigt noch bis zum 1. Februar 2027 die Ausstellung „Josef Kaiser | Bauen für die DDR“ in der Alten Jakobstraße in Kreuzberg.

Das Kino International ist ein Bauwerk der Moderne und steht unter Denkmalschutz. Erbaut wurde es von 1961 bis 1963 und am 15. November 1963 eröffnet.

Den als Großraumkino geplanten Bau entwarfen die Architekten Josef Kaiser (1910-1991) und Heinz Aust als dreigeschossigen Stahlbetonskelettbau, der mit hellem Sandstein verkleidet wurde.

Kaiser war Architekt, Stadtplaner, Hochschullehrer und Tenor. In den 1960er Jahren realisierte er über 400 Projekte als Architekt im Berliner Osten.

Er zählt zu den prägenden Architekten der DDR und ist dennoch weitgehend unbekannt. Mit „Bauen für die DDR“ widmet ihm die Berlinische Galerie die erste umfassende Ausstellung. Zwischen 1950 und 1984 war Kaiser an zahlreichen staatlichen und kommunalen Projekten beteiligt, darunter in Berlin das Kino International, das Café Moskau und die Mokka-Milch-Eisbar an der KarlMarx-Allee. Seine Bauten fanden auch international Beachtung, galten als Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses der DDR, viele stehen heute als herausragende Beispiele der Nachkriegsmoderne unter Denkmalschutz.

Josef Kaisers Tätigkeit reichte von repräsentativen Kulturbauten über Wohngebäude bis zu städtebaulichen Ensembles und Sonderbauten. Kaisers berufliche Entwicklung als Architekt erstreckte sich über drei politische Systeme. Ausgebildet in Prag während der Zeit der Weimarer Republik, arbeitete er in seinen frühen Berufsjahren während des Nationalsozialismus in Weimar und Berlin.

Nach einer fünfjährigen Tätigkeit als Operettensänger und einem Entnazifizierungsverfahren setzte er 1950 seine Laufbahn in der DDR fort. Dort wurde er schnell in die entstehenden Institutionen eingebunden, mit Nationalpreis und Verdienstorden geehrt und zu einem der einflussreichsten Architekten des Landes.

Die Ausstellung gliedert sich auf rund 200 m² in vier thematische Abschnitte und einen Prolog. Zu sehen sind rund 100 ausgewählte Werke und Archivalien. Mit Ausnahme der Kunstpräsentationen stammen sie überwiegend aus Kaisers Privatnachlass, der die Jahre 1931 bis 1984 umfasst und seit Kurzem in der Berlinischen Galerie sowie im Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) aufbewahrt wird.

Berlinische Galerie
Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstraße 124 – 128
10969 Berlin

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag: 10:00 – 18:00 Uhr

Internet: www.berlinischegalerie.de