
Die Berlinischen Galerie, das Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, präsentiert noch bis zum 16. März 2026 die Ausstellung „Raoul Hausmann – Vision. Provokation. Dada.“ in der Alten Jakobstraße in Kreuzberg.
Raoul Hausmann, Der Kunstkritiker, 1919/20, Tate, Ankauf 1974, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Repro: © Tate
Raoul Hausmann (1886–1971) gehört zu den zentralen Akteuren der künstlerischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Zeitlebens agierte er gegen alle Konventionen. Sein Ziel, Bekanntes zu überwinden und stets „das Morgen“ zu verwirklichen, machte ihn zu einem multimedialen Künstler der ersten Stunde. Als Mitbegründer der Berliner Dada-Bewegung und sogenannter „Dadasoph“ entwickelte er ein breites Repertoire neuer Ausdrucksformen, die die künstlerische Produktion bis heute mitprägen.
Robert Sennecke, Ohne Titel (Raoul Hausmann und Hannah Höch auf der Ersten Internationalen Dada-Messe), 1920, © Urheber*innenrechte am Werk erloschen, Repro: © Berlinische Galerie/Anja Elisabeth Witte
Hausmanns Schaffen und Denken bewegten sich an der Schnittstelle zwischen Bildender Kunst, Fotografie, Literatur, Philosophie und Technik. Er zählt zu den Miterfinder*innen der Collage, entwickelte synästhetische Apparaturen, verfasste experimentelle Schriften, ergründete das Verhältnis von Körper, Klang und Raum in performativen Darbietungen und verband als Fotograf das Sehen mit dem Haptischen. Getragen von einer unerschöpflichen Wandlungsfähigkeit formte Raoul Hausmann ein innovatives, vielfältiges und überaus eigenständiges Werk.
Raoul Hausmann, Elasticum, 1920, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Courtesy of Galerie Berinson, Berlin
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Berlinischen Galerie widmet das Museum diesem radikalen Innovator eine umfassende Retrospektive. Mit über 200 Exponaten würdigt sie erstmals sein künstlerisches Œuvre in ganzer Bandbreite – von frühen expressionistischen Arbeiten über ikonische Dada-Werke bis hin zu seinem bisher selten gezeigten Spätwerk, das nach seiner Emigration als „entartet“ diffamierter Künstler im französischen Exil entstand.
Raoul Hausmann, Kutschenbauch dichtet, 1920, Musée d‘art moderne et contemporain Saint-Étienne Métropole, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Repro: © Musée d’art moderne et contemporain de Saint-Etienne Métropole/Yves Bresson
Die Berlinische Galerie besitzt die weltweit größte Sammlung zur Berliner Dada-Bewegung und betreut den Teilnachlass Hausmanns aus der Zeit vor 1933; sie bildet den Grundstock für die Präsentation. Das Musée d’art contemporain de la Haute-Vienne – Château de Rochechouart, in dessen Obhut sich Hausmanns Spätwerk befindet, liefert als Hauptleihgeber Schlüsselwerke aus dieser Zeit. Ergänzt wird die umfassende Schau durch hochkarätige Leihgaben nationaler und internationaler Institutionen, darunter Hamburger Kunsthalle; Henie Onstad Kunstsenter, Høvikodden; Kupferstichkabinett, Berlin; Musée d‘Art moderne et contemporain, Saint-Etienne; Musée des Beaux-Arts de Bordeaux; Peggy Guggenheim Collection, Venedig; Staatliche Museen zu Berlin; Tate London; The Museum of Modern Art, New York, sowie Werke aus privaten Sammlungen, Galerien, Bibliotheken und Antiquariaten.
Raoul Hausmann, Dada Raoul, 1951, MACHV – Château de Rochechouart, © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Repro: © MACHV – Château de Rochechouart und Berlinische Galerie/Anja Elisabeth Witte
Berlinische Galerie
Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Alte Jakobstraße 124 – 128
10969 Berlin
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag: 10:00 – 18:00 Uhr
Internet: www.berlinischegalerie.de




