
Das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung ist ein Lern- und Erinnerungsort mit dem Schwerpunkt auf politisch, ethnisch und religiös begründete Zwangsmigrationen im 20. Jahrhundert in Europa. Es liegt an der Ecke Anhalter Straße und Stresemannstraße neben dem Askanischen Platz am S-Bahnhof Anhalter Bahnhof und dem Portikusfragment des ehemaliges Bahnhofs.
Das Gebäude, ursprünglich 1931 fertiggestellt, ist Teil des Gebäudekomplexes Europahaus. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war das Gebäude stark zerstört. Es wurde in den folgenden Jahrzehnten wiederaufgebaut und 1974 in Deutschlandhaus umbenannt.

Das Dokumentationszentrum wurde 2021 in einem modernen Neubau mit vier Etagen und mehr als 5.000 Quadratmetern eröffnet. Die ständige Ausstellung ist in zwei Teilen organisiert. Der erste Teil konzentriert sich auf Aspekte von Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration aus europäischer Perspektive mit Beispielen aus verschiedenen geografischen Kontexten, die wiederkehrende Phänomene von Zwangsmigrationen im 20. Jahrhundert zeigen. Der zweite Teil behandelt Flucht und Vertreibung der Deutschen als Folge des Zweites Weltkriegs sowie die Integration der vertriebenen Menschen während der Nachkriegszeit.

Neben der Hauptausstellung gibt es thematische Sonderausstellungen, Bildungs- und Vermittlungsangebote sowie Veranstaltungen. Außerdem existiert eine Bibliothek mit einem Zeitzeugenarchiv.
Im Erdgeschoss befindet sich der Raum der Stille, der zum Stillstehen und Nachdenken gedacht ist. Mit Holzlamellen, auf denen Landschaften gemalt sind, ist der Raum selbst ein Kunstwerk.

Jeden Sonntag finden öffentliche und kostenlose Führungen zu verschiedenen Themen auf Deutsch sowie Überblicksführungen auf Englisch statt. Diese werden sowohl als geführte Touren als auch als Audiotouren angeboten.

Das Dokumentationszentrum bietet einen umfassenden Blick auf das Thema und ist für alle, die sich für dafür interessieren, den Besuch wert. Die Ausstellungen sind mit moderner Technologie umgesetzt und neben reinen Informationen gibt es viele Originalgegenstände aus der betreffenden Zeit.
Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Stresemannstraße 90
10963 Berlin
(S-Bahnhof Anhalter Bahnhof)
Öffnungszeiten:
Di – So 10 – 19 Uhr
An allen Feiertagen geöffnet, außer 24. und 31. Dezember
Öffentliche Führungen:
Sonntags um 11:30 auf Deutsch
Sonntags um 14:00 auf Englisch
Das Programm:
Internet: www.flucht-vertreibung-versoehnung.de/de/besuchen/veranstaltungen
Eintritt frei
Text und Fotos: H. P.