Das Café Sibylle liegt im Abschnitt C-Süd der denkmalgeschützten Karl-Marx-Allee im Ortsteil Friedrichshain. Nahe der U-Bahnstation: Strausberger Platz. Es war das letzte erhaltene Geschäft aus der DDR-Zeit in der Straße.
Es wurde 1953 als Kaffeehaus mit dem eigenwilligen Namen „Milchtrinkhalle“ eröffnet und war von Anfang an sehr beliebt. Seit Mitte der 1960er Jahre trug das Café den Namen Sibylle.
Seit 2001 war hier eine Dauer-Ausstellung über die geschichtsträchtige Karl-Marx-Allee zu sehen. Darüber hinaus fanden in sehr regelmäßigen Abständen unterschiedliche Veranstaltungen hier statt. Das Café stellte seine Fläche frei für die Nutzung von: Workshops, Lesungen, Trauerfeierlichkeiten, Geburtstagsfeiern, Jugendweihen, Hörspaziergängen sowie politischen Vereinssitzungen.
Vor allem aber für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Das Angebot an Speisen und Getränken war breit aufgestellt. Das Frühstück gab es in der Zeit zwischen 10:00 – 15:00 Uhr, danach folgten ganz klassisch: Kaffee und Kuchen. Natürlich auch kleinere warme Gerichte. Ob Groß, ob Klein, ob Vegetarier oder Omnivor – hier kam jeder kulinarisch auf seine Kosten.
Nach nun fast 55 Jahren – schloss das Café Sibylle.
Am 31. März 2018 war der letzte Tag in den Räumlichkeiten. Der jetzige Betreiber der Ausstellung, der Verein BUF (Berufsförderungswerk Bekleidung Berlin), zugleich Hauptmieter des Cafés, ist insolvent gegangen. Da die Ausstellung aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde, entscheidet nun das Bezirksamt mit, wie es weitergehen soll. „Unser Interesse ist, dass die Ausstellung an diesem historischen Ort bleibt“, sagt Knut Mildner-Spindler (Linke), stellvertretender Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg.
Vielleicht ist das letzte Wort noch nicht gesprochen? Und es geht doch weiter….wünschenswert wäre es!