Der Mehringhof ist ein alternatives kollektives Kultur-, Gewerbe- und Freizeitzentrum im Berliner Ortsteil Kreuzberg im Hinterhof der Gneisenaustraße 2a.Entstanden ist die Idee Ende der 1970er in der damaligen Hausbesetzerbewegung. Obwohl der Mehringhof selbst kein besetztes Haus war, sahen sich viele der dort ansässigen Projekte als Teil der Hausbesetzerbewegung.
Auf der Suche nach größeren Räumlichkeiten kaufte die Schule für Erwachsenenbildung e. V. (SFE), die auf dem zweiten Bildungsweg eine Vorbereitung auf das Abitur und den MSA ermöglicht, 1979 für knapp zwei Millionen Mark das Fabrikgrundstück von der Schriftgießerei Berthold in der Gneisenaustraße ab. Die SFE wurde 1973 in West-Berlin gegründet und ist die einzige Schule in Deutschland, deren Ausrichtung auf einem basisdemokratischen Konzept beruht.Heute sind mehrere Gewerbebetriebe, soziale Projekte, politische Initiativen und autonom organisierte Projekte in dem Gebäudekomplex angesiedelt und bieten zurzeit für 120 Menschen einen festen Arbeitsplatz an. Zu den Mietern des Mehringhofs gehören zum Beispiel der Buchladen Schwarze Risse, der Verbrecher Verlag, ein Fahrradladen, das Mehringhof Theater, die Kneipe Clash oder der Arbeitskreis Orientierung und Bildung (AOB) und natürlich auch immer noch die SFE.
Aufgrund der Tatsache, dass der Mehringhof komplett autark und frei von staatlichen Subventionen lebt und alle existenzrelevanten Entscheidungen in ihrer eigenen Mieterversammlung getroffen werden, konnte der Hof so manche Bedrohung von außen überleben. Repräsentativ für alle Projekte ist der Mehringhof Verein.