Am Landwehrkanal an der Ecke Hallesches Ufer und Großbeerenstraße erhebt sich das 89 Meter hohe Postscheckamt. Mit seinen 23 Geschossen gehört das Hochhaus zu den höchsten Gebäuden Berlins. Errichtet wurde es in den Jahren 1965 – 1971 nach den Plänen von Oberpostdirektor Prosper Lemoine. Dieser orientierte sich bei der Aluminium- und Glasfassade an dem 50iger Jahre Hochhausstil in den USA, besonders am „Seagram Building“ in New York von Mies van der Rohe.
Rechts und links des Hochhauses schließen sich zweistöckige Flachbauten mit einer Klinker-, Beton- und Glasfassade an. In diesen befinden sich das Rechenzentrum und die Schalterhalle der Post und der Postbank. Ein weiterer Anbau ist durch eine Glasbrücke mit dem Hochhaus verbunden. Dieses sechsstöckige Gebäude beherbergt die Werkstätten und das Heizwerk.
Der mit Kopfsteinen gepflasterte Platz vor der Schalterhalle ist mit Büschen, Bäumen, geschwungenen Mauern und Parkbänken gestaltet. Mitten vor der Schalterhalle befindet sich der „ Große Brunnen“ von Gottfried Gruner (1923-2011). In einem flachen 6 x 4 Meter großen Becken stehen 18 untereinander verbundene Bronzesäulen bis zu einer Höhe von 3 Meter.
Ursprünglich diente das Gebäude als Postscheckamt West. Seit 1994 befindet sich darin die Berliner Niederlassung der Postbank mit rund 700 Mitarbeitern. Derzeit läuft der Umzug in das ehemalige Bundesinnenministerium im Moabiter Spreebogen, nachdem das Postscheckamt 2014 an die CG-Gruppe verkauft wurde.
Nun soll hier unter dem Projektnamen Hymat ein „Vertical Village“ entstehen. 18 000 qm sollen zu 320 Mikroapartments (zwischen 42 und 82 qm) und 4000 qm zu Gewerberäumen umgebaut werden. Die Bauausführung ist von März 2018 bis Dezember 2020 geplant. Zusätzlich sind auf dem Grundstück Neubauten mit einem Volumen von 50 000 – 70 000 qm vorgesehen, was dem zwei- bis dreifachen Volumen der jetzigen Bebauung entspricht.