Das größte Kino der DDR, das Kosmos, wurde nach den Plänen der Architekten Josef Kaiser und Herbert Aust zwischen 1960 und 1962 erbaut. Im Oktober 1962 wurde es dann feierlich eröffnet. Es befindet sich zwischen dem U-Bahnhof Frankfurter Tor und dem U-Bahnhof Weberwiese.
In dem Premierenkino fanden zahlreiche Erstaufführungen von DEFA-Filmen statt: 1963 der Nachkriegsfilm „Karbid und Sauerampfer“, 1965 der Antikriegsfilm „Die Abenteuer des Werner Holt“ und 1973 „Die Legende von Paul und Paula“.
Nach dem Mauerfall übernahm die UFA das Kosmos und ließ das denkmalgeschützte Gebäude 1996 für rund 55 Millionen D-Mark zu einem Multiplexkino umbauen. Aufgrund sinkender Zuschauerzahlen musste jedoch der Kinobetrieb im Juli 2005 eingestellt werden.
Seit 2006 wird das Kosmos als Eventlocation für Messen, Konferenzen, Partys, Abendveranstaltungen sowie für Theater- und Kinosonderaufführungen genutzt.
Im Vergleich zu vielen Gebäuden der Karl-Marx-Allee, die im spät-stalinistischen Zuckerbäckerstil erbaut wurden, unterscheidet sich der Baustil des Kinos, das von Grünanlagen umgeben und von der Straße zurückgesetzt ist, deutlich. Die glatte Fassade und die Kombination von geraden und geschwungenen Flächen sowie der große Vorplatz heben die besondere Stellung dieses Gebäudes hervor.
Wenn man das Kosmos von oben betrachtet, kann man in der Baustruktur einen Kosmonauten erkennen.
Text & Fotos: Thomas Beyer