Die denkmalgeschützte Admiralbrücke, in Kreuzberg gelegen und den Landwehrkanal überspannend, ist eine Besonderheit unter Berlins Brücken – in zweierlei Hinsicht.
In den Jahren von 1880 bis 1882 nach Plänen Georg Pinkenburgs als schmiedeeiserne Bogenbrücke erbaut, ist sie die älteste Eisenbrücke des Landwehrkanals. In den Jahren 1933/34 wurde sie verstärkt, 1984 saniert. Kleinpflastersteine zieren seitdem die Brückenplatte.
Namensgeber ist die über sie verlaufende Admiralstraße. Historische Vorgängerin war eine hölzerne Klappbrücke, genannt Badbrücke; zu dieser Zeit existierte der Landwehrkanal noch nicht.
Stilistisch interessant ist die Verzierung der Geländer mit Reihen von Blätterornamenten, ein Zitat aus der Zeit des Jugendstils. Viele umgebende Häuser sind eben auch von dieser Richtung geprägt.
Beidseitig am Ende des Geländers findet man den Namen der Brücke in deutscher Schrift und entlang der Uferpromenade schließt sich ein schmiedeeiserner Zaun im gleichen Stil an die Brücke an.
Tragfähigkeit und Stabilität erlaub(t)en auch die Nutzung dieser 33 Meter langen und 19,5 Meter breiten Brücke für den Straßenverkehr, von 1882 bis 1921 sogar für die Überquerung durch eine Straßenbahn.
Neben dem historischen Alleinstellungsmerkmal als älteste Eisenbrücke des Landwehrkanals gilt die Admiralbrücke auf merkwürdige Weise auch als großer Geheimtipp unter Touristen und dem Partyvolk. Nirgendwo sonst auf den Brücken Berlins findet man ähnliche Ansammlungen von Menschen unterschiedlichster Coleur, die meist die gesamte Nacht die Brücke als open air Club ansehen.
So lebendig und fröhlich dieses Treiben auch anzusehen ist, so sehr erweckte es natürlich auch den Unmut der Anwohner. So dass sogar eine Betroffeneninitiative gegründet wurde, die erwirkte, dass für die Partys auf der Brücke nun eine Sperrstunde eingerichtet wurde. Um 22:00 Uhr sollen die „bottle partys“ enden. Zudem wurde der Verkehr, der in den 90er Jahren an dieser Stelle beruhigt wurde, wieder zugelassen.
Die Admiralbrücke ist unbedingt ein Besuch wert. Einerseits aufgrund der Historie und des interessanten Publikums, andererseits natürlich aufgrund der wunderschönen und spannenden Umgebung, die man bewundern kann, wenn man auf der Brücke steht.
Text & Fotos: Christian Eitz