Im Görlitzer Park in Kreuzberg wurden Ende Mai Obstbäume gepflanzt. Der am Anfang eigentlich nur spielerisch gefasste Gedanke wurde damit zumindest zum Teil Wirklichkeit. Die Idee der Anwohner war einfach und doch noch nie da gewesen: im Görlitzer Park einen essbaren Dschungeltraum aus Obstbäumen zu schaffen.
Man soll gemütlich in der Sonne sitzen können und jeder soll sich das öffentliche Gratis-Obst selber pflücken und schmecken lassen. Möglicherweise ist es aber auch ein Versuch der Anwohner, so das schlechte Image aufzubessern, das der Görlitzer Park in den letzten Jahren durch Skandale wie Drogenhandel erhalten hat.
50 bis 60 Menschen kamen, um beim Bäume pflanzen zu helfen, Kinder wie Erwachsene. Es wurden acht Apfelbäume gepflanzt, und um sich auch am Thema Kernenergie zu beteiligen, lief das Ganze unter dem Motto „Kernobst statt Kernkraft“.
Doch das soll noch nicht alles sein. Nicht nur, dass es im Park noch wesentlich mehr Bäume werden sollen, man plant auch entlang der Querung zwischen der Lübbener und der Forster Strasse Obstbäume zu pflanzen. Auch bei Äpfeln soll es nicht bleiben. Claudia Spiller, eine der Leiterinnen des Projektes „Obstbäume für den Görlitzer Park“, sagte: „Wir sind offen für alle Sorten, die hier wachsen.“
Bis die ersten essbaren Früchte geerntet werden können, dauert es allerdings noch mindestens drei bis vier Jahre. Da heißt es, geduldig sein.
Text: Benjamin Saur